„Mehr als acht von zehn Deutschen haben den Eindruck, dass der Gesellschaft die Empathie abhandenkommt. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Zurich Versicherung. 41 Prozent erleben mindestens einmal pro Woche Respektlosigkeit im direkten Umgang, 35 Prozent beklagen einen aggressiven Ton in Diskussionen.“ [Warum Führung kälter wird]
Empathie gilt als Schlüssel guter Führung – und in der Projektarbeit ist das nicht anders. Doch unter Druck verschwindet Empathie oft zuerst. Das könnte erklären, warum aggressive Töne und empfundene Respektlosigkeiten auch in Projekten verstärkt wahrgenommen werden, wenn es nicht rund läuft. Aber gerade in solcher Situationen ist Empathie mehr als gefragt.
Warum gerät Empathie so schnell unter die Räder?
Sicherlich, Entscheidungen lassen sich durch mangelnde Empathie beschleunigen. Vielleicht lassen sich kurzfristig auch Resultate erzielen. Langfristig kostet diese Praxis allerdings gegenseitiges Vertrauen und die Bereitschaft für zusätzliche Anstrengungen. Aber gerade das gewonnene zwischenmenschliche Vertrauen ist produktivitätssteigernd und besonders unter Hochdruck ist Empathie sogar noch wichtiger.
Was ist richtig, Entscheidungen schnell herbeiführen oder zunächst zuhören?
Alles andere als trivial! Aber vielleicht lässt sich diese Preisfrage umformulieren: Das richtige Verhältnis von Entschlossenheit und Einfühlungsvermögen liegt darin, in einer gegebenen Situation zu wissen, wann man zuhört, wann man andere einbezieht und wann man entscheidet. Es handelt sich dabei nicht um exaktes Wissen oder einfache Regeln. Doch dieses situative Erfahrungswissen, diese Führungskompetenz ist unverzichtbar, wenn man gegen den aufkommenden Stress ankämpfen will. Denn das aktuelle Umfeld belohnt eher Geschwindigkeit und Härte, wodurch nicht notwendigerweise auch bessere Resultate zustande kommen.
Projektarbeit ist Führungsarbeit und Empathie ist Trumpf!